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Redaktion apotheken.de » Neurologie
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Parkinson: Elektroden statt Pillen


Hirnschrittmacher wirkt langfristig


Um beweglich zu bleiben, müssen Parkinson-Patienten starke Medikamente nehmen. Deren Wirkung lässt aber im Laufe der Jahre häufig nach. Elektroden, die ins Gehirn eingesetzt werden, sollen dann die Muskeln weiter in Schwung halten. Eine aktuelle Studie der Universität von Toronto zeigt, dass die Therapie mit einem solchen „Hirnschrittmacher“ Erfolg hat. Das Gerät kann die Krankheitssymptome lindern – auch über Jahre hinweg.

Gehirn gibt fehlerhafte Signale

In Deutschland leiden etwa 250.000 Menschen an der Parkinson-Krankheit. Typische Symptome sind steife Muskeln und zitternde Hände. Der Grund: Bei Betroffenen sterben in einem bestimmten Bereich des Gehirns vermehrt Nervenzellen ab. Diese produzieren normalerweise den Botenstoff Dopamin. Der Dopaminmangel führt schließlich dazu, dass die Befehle, die das Gehirn an die Muskeln schickt, nicht mehr präzise genug sind, um flüssige Bewegung auszulösen.

Elektroden stimulieren gestörte Nervenzellen

Ärzte behandeln die Krankheit in der Regel mit Medikamenten, die den Dopaminmangel ausgleichen. Häufig wirken die Arzneien aber nach mehreren Jahren nicht mehr. Dann ist ein so genannter Hirnschrittmacher das Mittel der Wahl. Dabei pflanzen Ärzte dünne Elektroden in die gestörten Stellen im Gehirn ein und verbinden diese – ähnlich wie beim Herzschrittmacher – mit einem Impulsgeber am Brustkorb. Dieser sendet elektrische Reize an die beeinträchtigten Zellen.

„Mit einem Hirnschrittmacher können wir die Erkrankung nicht vollständig heilen, aber er lindert die Symptome auch noch nach vielen Jahren zuverlässig“, erklärt der Neurophysiologe Lars Timmermann.

Effekt des Hirnschrittmachers gleichbleibend gut

Das zeige auch eine aktuelle Langzeitstudie. Kanadische Ärzte hatten 18 Patienten ein, fünf und zehn Jahre nach der Implantation des Geräts untersucht. Es zeigte sich, dass der Effekt des Hirnschrittmachers auch zehn Jahre nach der Operation fast genauso gut war wie ein Jahr nach der Implantation. Zittern und Langsamkeit der Bewegungen bekamen die Betroffenen mit dem Hirnschrittmacher gut in den Griff. Für lang erkrankte Parkinson-Patienten eröffne der Hirnschrittmacher deshalb gute Perspektiven, meint Timmermann.


11.11.2011 | Von: Redaktion apotheken.de; Andrea Bronberger


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